Montag, 12. April 2010

Party Crasher

Als Vater heranwachsender Kinder hatte man immer Sorge, dass bei einer Party die Einladung kopiert und weitergegeben wird, dass „Gäste“ kommen, die nicht eingeladen waren. Lustig? Nein, eher pubertär!

In Hannover Südwest treffen wir uns regelmäßig seit vielen Jahren; ja es ist letztendlich meine standespolitische Urheimat; aus dem regelmäßigen Treffen wurde Engagement auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Eingeladen sind die Praxen in Ricklingen, Oberricklingen, Wettbergen, Mühlenberg, Hemmingen,  Arnum und Pattensen. Es bestand Vertrauen und Vertrautheit. Man konnte offen und über alles reden. Es war nicht einmal ein Problem nebeneinander zu praktizieren und sich berufspolitisch in verschiedene Gruppierungen zu engagieren.

Vor wenigen Jahren brachte einer einen „Gast“ mit, der letztendlich nur den Streit suchte; schnell war man sich einig, dass man das nicht mehr haben wollte. Gäste sollten, wenn überhaupt, dann nur angemeldet kommen. Das galt bis heute.

Wahlzeit, Wahlkampf, Wahlkrampf? Nicht nur, dass wieder der gleiche Kollege die Einladung weitergegeben hatte und der kollegiale Charakter vor Ort unseres heutigen Treffens bereits im Internet verspottet wurde („selektierte Gesellschaft hinter verschlossenen Türen“). Es fand sich natürlich auch wieder ein Kollege, dem es nicht zu peinlich war, unangemeldet aufzutauchen.

Die Kollegialität wäre besser, wenn man gemeinsam aufgestellte Regeln einhalten würde, wenn man sich trauen würde, den Mund selbst aufzumachen, anstatt andere in den Ring zu schicken und wenn alle sich für, anstatt gegen Kollegen engagieren würden.

Die Pubertät geht alleine vorbei – wer aber schafft neues Vertrauen?