Das Kammer sehen lassen!

Die eigene Praxistätigkeit weitgehend in gleichem Maße fortzuführen und gleichzeitig Verant­wortung für die Kollegenschaft zu übernehmen, erfordert ein sehr hohes Arbeitspensum, verlässliche Mitstreiter und eine motivierte Verwaltung.  Die beste Motivation für jeden von uns alle ist Erfolg und Anerkennung. Ein Rückblick:

5 Jahre Erfolg – eindeutiger Wahlausgang

Vor fünf Jahren wurden Sie, begleitet von einem heftigen Wahlkampf, zur Teilnahme an der Kammer­wahl aufgerufen. Das Ergebnis, eine deutliche Mehrheit für die Freiverbands-Liste, hatten wir uns hart verdient. Damit war es möglich, den Präsidenten und einen Vorstand zu wählen und nicht nur das Tagesgeschäft einer Kammer zu erledigen, sondern darüber hinaus die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Natürlich wird es zu der einen oder anderen Sache unterschiedliche Ansichten geben, aber nachfolgend können Sie ein kurzes Resümee aus unserer Sicht lesen.

Abbau der Spannungen – Berufsstand zusammenführen – Sacharbeit im Vordergrund
Wenn es jetzt in Niedersachsen standespolitisch ruhiger zugeht, mag das mehrere Gründe haben, aber es ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer ruhigen, konsequenten und am Ergebnis orientierten Arbeit für die Kollegenschaft. Unserem wichtigsten Ziel, durch Einheit des Berufsstandes nach außen stärker zu werden, sind wir dadurch deutlich näher gekommen. Mit einer Weichenstellung für die Zukunft ist es aber auch zu Spannungen mit verdienten Kollegen gekommen, die den Zug der Zeit anhalten wollten. Schade – aber es ist unsere Zukunft, die wir gestalten müssen.

Altersversorgungswerk trotz heftigster Widerstände in sichererem Fahrwasser
Unser Ziel, nach dem Desaster unseres Versorgungswerkes eine Satzung zu etablieren, die unser Werk wieder zukunftsfähig und „demographiefest“ macht, war eine Herkulesaufgabe, die wir in Zusammenarbeit mit dem Leitenden Ausschuss unter Herrn Kollegen Schirbort hervorragend gelöst haben. Strukturell gefestigt und wirtschaftlich erfolgreich haben wir auch die letzten Altlasten - fehlende Deckungsrückstellungen und die nötige Beitrags- transparenz aufgearbeitet. Eine Zustimmung auch der Opposition zu notwendigen Satzungsänderungen war sichtbarer Erfolge einer transparenten Politik im AVW. Mit einer deutlichen Mehrheit für eine Beteiligung der Opposition im Leitenden Ausschuss und “Standing Ovations” für den scheidenden Vorsitzenden hat die Kammerversammlung deutliche Zeichen für die Zukunft gestellt.

Die Kammer – ein gefragter Ansprechpartner im Land und im Bund
Durch hohen persönlichen Einsatz, durch Kompetenz und Verlässlichkeit haben wir die Interessen der niedersächsischen Kollegenschaft auf Landes- und auf Bundesebene, innerhalb der Bundeszahn­ärzte­kammer, bei den politisch Verantwortlichen, bei wichtigen Mitstreitern in anderen Kammern und bei den Berufsverbänden erfolgreich vertreten.

Die Kammer – Partner unserer Hochschulen in Göttingen und Hannover
Nicht nur in den Praxen ist die wirtschaftliche Situation angespannt. Auch die Hochschulen leiden unter enormen Sparzwängen. Enge Zusammenarbeit mit ihnen hilft allen, Konfrontation zum Beispiel bei Fort- und Weiterbildung niemandem. Persönliche Freundschaften, ständiger Austausch und regelmäßige gegenseitige Einladungen sind der  Beweis einer funktionierenden Partnerschaft

Die Kammer – ein verlässlicher Patron des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte
Zu einem Freien Beruf gehört auch die Soziale Verantwortung. Intensiv wie nie zuvor hat der Vorstand in den vergangenen Jahren das Hilfswerk nicht nur ideell, sondern auch aktiv finanziell unterstützt. Die zusätzlichen Mittel wurden dabei nicht aus dem Kammerhaushalt, sondern durch kreative Aktionen von der Kollegenschaft aufgebracht. Mit entscheidender Unterstützung des Hilfswerks und der Kammer konnte auch das Zahnmobil, ein viel beachtetes Projekt für die Behandlung Obdachloser und Bedürftiger, “auf die Räder” gestellt werden.

Die Kammer  – unabhängig
Bestehende Kooperationsvereinbarungen mit Versicherungen haben wir aufgelöst, den Monopol­stellungen von Anbietern haben  wir selbstbestimmte Angebote entgegengestellt und so die Unabhängigkeit sowohl der Kammer als auch der niedersächsischen Praxen gefördert. Es ist einfacher und bequemer, die zahnärztlichen Interessen an Dritte zu  verkaufen, das ist aber nicht unser Weg: “Von Kollegen – für Kollegen” ist unser Motto, nicht nur bei bei der Qualitätssicherung (ZQMS), bei der Hygiene (PraxisVisitor) oder bei der GOZ (BZÄK-Kommentar)…

Alles geschafft? Wie geht es weiter?
Der Anfang ist gemacht. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir wären unehrlich, wenn wir rückblickend nicht eingestehen würden, dass man einiges auch anders hätte regeln können. Anders ja, aber auch besser?

Wie kann es weitergehen?

Die Einheit des Berufsstandes auch bei zunehmender Spezialisierung weiter voran zu bringen, ist ein wichtiges Ziel. Einer Politik, die vorgibt die Bürokratie in den Praxen reduzieren zu wollen, müssen wir aufzeigen, wie sie mit immer neuen Gesetzen und Richtlinien Arbeitskraft bindet und wir müssen ihr konkrete Vorschläge für eine Entbürokratisierung liefern. Sie, Ihre Praxen und Ihre Mitarbeiter müssen wir stärken, damit  fachfremde Einmischungen in Therapie und Praxisführung wieder zurückgedrängt werden.

All dies sind mehr als genug Aufgaben für die nächsten fünf Jahre.


Dr. Michael Sereny – aus Liebe zur Zahnmedizin